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Blaueisumrahmung

22.08.2012

Nach einem prima Mittagessen direkt am Königssee düsten Xaver und Sepp ab nach Neuburg. Norbert und ich wechselten hinüber zum Hintersee und machten uns bei brütender Hitze an den steilen Aufstieg zur Blaueishütte (1680M). Die Hütte war rappelvoll, aber wir hatten reserviert und bekamen im Winterlager unsere Plätze. Wer die kpl. Blaueisumrahmung noch nicht gemacht hat und jetzt glaubt, das wäre eine nette Zugabe zur Ostwand, der irrt gewaltig.

Mehrfach Stellen zw. IV bis V- (Achtung: Durch Felsausbruch inzwischen schwerer als in den üblichen Führern beschrieben). Meist II und III, auch Gehgelände, Dauer 10 Stunden ohne Pausen. Alle Gipfel um die Hütte werden bestiegen bzw. überschritten. Alpine Erfahrung und guter Orientierungssinn (sowie Nerven) unerlässlich.

Bestens ausgerüstet mit Kopien der Tourenbeschreibung, etlichen Bildaufnahmen, sowie mit zusätzlichen Tipp’s und einer Einweisung durch den Hüttenwirt, brachen wir um 05.00 Uhr auf. Außer uns beiden hatte für diesen Tag keine weitere Seilschaft diese Tour geplant. Anmerken möchte ich hier, dass die Idee zur Blaueisumrundung im Anschluss zur Ostwand Herr Norbert Stemmer vorgeschlagen hat!

Zuerst noch über den Normalweg machten wir uns auf zum Steinberg. Bald schon nervte das Geröll und der Schutt und wir stiegen direkt über den Plattenweg hinauf zum Einstieg der NO-Wand der Schärtenspitze. Zügig, da gut eingespielt, kletterten wir die 6 Seillängen (III) zum Gipfel. Wer hier bereits Schwierigkeiten hat oder länger als zwei Stunden braucht, sollte umdrehen, denn das ist nicht mehr als das Eingehen zur Umrahmung. Der Weg scheint klar vorgezeichnet, d.h. über den Nordgrat zur Blaueisspitze (3-5 Std.). Den 1. Turm ersteigt man ostseitig mit Blick auf den Watzmann. Das Hauptband bis zum Übergang zum 2. Turm haben wir gleich mal verpasst. Steil geht es hinauf an der Kante (hier Felssturz von 1954) und wechselt hinüber in die Westseite mit Blick auf den kläglichen Rest des Blaueisgletschers. Einen großen markanten Turm umgeht man wieder ostseitig (etwas heikel) und wechselt dann in die große kompakte vorgelagerte Westwand zum 3. Turm. Wieder hinunter in die letzte Scharte und dann steil hinauf in sehr schöner Kletterei bis zur Hauptschwierigkeit, ein glatter 25 m hoher Stemmkamin, als letztes Hindernis vor der Blaueisspitze. Im Führer steht „über diesen hinauf zum Gipfel“. Sorry, der Kamin ist ca. 1,50 m breit, hat keine Zwischensicherungen und ist super glatt. Die beste Gelegenheit, weitab der Hütte „aufs Maul“ zu fallen. Der Wirt hatte uns alternativ empfohlen, den um die Ecke kleineren Abseilkamin zu benützen, was wir dann auch gemacht haben. Ich schätze mal, dass es inzwischen über 30°C hatte und dem direkten Sonnenschein waren wir auch ausgesetzt. Der Kamin war ein echtes Hindernis. Ohne Rucksack im Vorstieg, über die beiden Klemmblöcke, arbeiteten wir uns hinauf. Inzwischen war es 14.00 Uhr. Weit drüben auf dem Gipfel des Hochkalter, unserem nächsten Ziel, sehen wir einige Wanderer. Weiter im Bröselgelände erreicht man den oberen Rand des Gletschers und klettert (II-III) dann zur Blaueisspitze. 15.30 Uhr, Berg heil, den letzten Schluck aus der Wasserflasche nehmen und dann schier endlos über Kleinkalter, Rotpalfen und Schönen Fleck zurück zur Blaueishütte – schon wieder 19.00 Uhr, Herr Stemmer! Der Rest ist schnell erzählt. Fetzen kaputt. 3 Maß getrunken und trotzdem nicht pinkeln müssen … Tags darauf Abstieg zum Hintersee und Rückfahrt in die Heimat. Ach so, einen Schweinshax‘n mit Knödel haben wir uns beim Zwischenstopp genüsslich genehmigt.

Günni

22.08.2012