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Mein erster alpiner Klettersteig im Tannheimer Tal

15.06.2017

Abfahrt 6 Uhr Neuburg, DAV Bus

Nachdem wir um 9 Uhr am Vilsalpsee (1097m) angekommen sind, machten wir uns auf dem Weg zur Landsberger Hütte(1810m). Nach ca. 2 Stunden Gehzeit in wunderbarer Morgensonne kamen wir um ca. 11 Uhr an der Hütte an. Eine Einkehr am Traualpsee haben wir uns verkniffen, da wir ja heute noch den Klettersteig zur Lachenspitze auf auf 2130m angreifen wollten.

Angekommen auf der Landberger Hütte genehmigten wir uns zuerst einmal eine Erfrischung und aßen unsere mitgebrachte Brotzeit. Ebenso konnten wir unser Lager beziehen und so unseren Rucksack etwas entleeren.

Unser Bergführer Norbert drängte ein wenig, da der Wetterbericht für 16 Uhr Gewitter angesagt hatte. Also marsch marsch und alle zogen frohen Mutes in Richtung Lachenspitze.

Unten am Fuße des Klettersteiges zogen wir uns alle Klettergurt, Klettersteigset und Helm an. Fachmännisch wurde jeder einzelne von Norbert kontrolliert. Der Steig ging gleich richtig steil los, da konnte jeder für sich gleich feststellen wo der Bartel den Most holt. Nach ca. 30 bis 40 m war der erste Anstieg geschafft und ich schaute stolz nach unten. Hier musste man direkt am Felsen klettern…nicht so wie ich es bisher kannte auf vorgegeben Eisen, die aus dem Felsen ragten, eine Herausforderung, die aber richtig Spaß machte, da der Felsen sehr griffig war. So klappte das auch ziemlich gut , machten ab und zu eine Trinkpause und genossen den schönen Ausblick.

An einer nicht so steilen Stelle jedoch,  lernte ich leider den recht scharfen Felsen von einer anderen Seite kennen. Ich rutschte mit meinem Wanderschuh  an einem Vorsprung ca. 20 cm ab und schürfte mir dadurch das rechte Schienbein auf. Jetzt wars passiert….Schei….!  Blutend sah ich mein Schienbein an und dachte was nun? Gott sei Dank war hinter mir die Stemmer Anna die mich sofort fachmännisch verarztete und mit Hilfe der leckeren Lachgummis von Norbert ging es Richtung Gipfel weiter. Das Schienbein hörte auf zu bluten, tat nicht weh und so dachte ich „ wird schon wieder werden“.

Oben auf dem Gipfel machten wir alle Brotzeit und genossen den herrlichen Ausblick. Nach ca.20 Minuten scheuchte uns Flo und Norbert  weiter…das Gewitter zog auf. Nach ca. 1 Stunde Gehzeit erreichten wir unsere Landsberger Hütte wieder und genehmigten uns gleich mal ein kühles Weizen, das haben wir uns ja schließlich verdient. Zur inneren Desinfektion war der gute Prinz zuständig.

Wir saßen nicht mal richtig, da fing es richtig an zu regnen

 und zu donnern……wie unser Bergführer das ja vorausgesagt hat.

Da war ja noch was…meine Verletzung.

 Nach Drängen meiner fürsorglichen Frau Susi und meiner lieben Krankenschwester Anna sollte ich doch mal nach meinem Schienbein sehen und nicht meine Wunde von innen desinfizieren…..

Lieber nicht, dachte ich….doch was wir nach Entfernen des Verbandes sahen war leider nicht so lustig. Die Wunde klaffte auf und man sah den Knochen. So konnte ich bei Gott nicht weiterlaufen, das musste sofort genäht werden.

Der Hütten Wirt bestätigte dies und rief sogleich die Rettung an. Da die Hütte nur über eine Materialseilbahn oder zu Fuß zu erreichen ist, musste  ein Hubschrauber gerufen werden…..wie peinlich…natürlich war auf der Hütte der Teufel los und alle starrten mich an.

Nachdem nun der Heli gelandet war und eine tatsächlich hübsche Ärztin, ich schwindle nicht, aus dem Heli stieg war alles wieder gut. Ich durfte sogar noch von meinem Weizen ein paar Schluck machen. Meinen Rucksack geschultert, natürlich von der netten Ärztin, durfte bzw. musste ich nun Abschied nehmen von meine lieben Weggefährten , die mich dann, so hatten wir es ausgemacht, am nächsten Tag im Krankenhaus in Reute abholen sollten.

Ich wurde dann nach dem wirklich tollen Heli-Flug in Reute im Krankenhaus genäht. Nachdem  ich nun nach meiner Zimmernummer gefragt hatte, musste ich leider feststellen, das ich nicht im Krankenhaus bleiben durfte. Die setzten mich tatsächlich vor die Türe.

Ein toller Tag….wenn das so weiter geht.

 Mittels Internet und Handy habe ich mir dann gegen 19 Uhr in der Nähe des Krankenhauses eine Pension rausgesucht, in der ich dann Gott sei Dank die Nacht verbringen konnte.

Natürlich  musste ich noch meine Freunde auf der Hütte Bescheid geben, dass ich ja jetzt nicht mehr im Krankenhaus bin , sondern in der Pension. Mit meinem Glück war natürlich kein Empfang auf der Landsberger Hütte , war ja klar, warum sollte heute einmal was klappen. Also nochmal Internet und so rief ich den Hüttenwirt an. So konnte ich zumindest meinen Standort vermitteln.

 

Am nächsten Tag gegen Mittag wurde ich dann von den anderen im Bus abgeholt. Ich durfte noch erfahren, dass Norbert und Flo sich am Abend den durch mich entstanden Schock mittels einiger Weizen, die Anzahl bleibt geheim, erholen  mussten…..die anderen mussten dies dann nachts durch lautstarke Geräusche  ertragen……Gott sei Dank war ich in der Pension…

 

Nach einem schönen Mittagessen und der ohne Zwischenfälle erfolgten Heimfahrt kamen wir gegen 17 Uhr in Neuburg wieder an.

 

Wer eine Reise macht, kann auch was erzählen…..immer wieder gerne                                     

 

Rainer Glatz

 

 

 

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